Berufserfahrung seit 2006
Regelmäßige Fortbildungen
Regelmäßig akute Schmerzsprechstunde


Schmerztherapie in Mannheim-Käfertal

Der Bereich der Schmerztherapie in der ergotherapeutischen Behandlung umfasst die Beeinflussung akuter sowie chronischer Schmerzprozesse, durch nicht medikamentöse Maßnahmen unterschiedlichster Art.


Was ist Schmerz?

Schmerz ist zunächst eine physiologische Reaktion unseres Körpers, die uns vor Verletzung bewahren soll. Sobald ein Gewebe in unserem Körper z.B. von Entzündung oder Verletzung betroffen ist oder sobald wir z.B. eine Bewegung machen, die unser persönliches Bewegungsausmaß übersteigt, sendet unser Körper die Warnfunktion "Schmerz" aus. Dies führt in der Regel dazu, dass wir die betreffende Bewegung stoppen oder den betroffenen Körperbereich schonen, damit die Wundheilungsfunktion des Körpers ungestört ablaufen kann. 

Prinzipiell ist es daher in den meisten Fällen ratsam, diese sinnvolle Warnfunktion unseres Köpers nicht zu ignorieren.

Bei Verletzungen, akuten Entzündungen, nach Operationen etc. entsteht ein sogenannter akuter Schmerz, der nach Ausheilen der Verletzung, Entzündung oder Operationswunde auch wieder verschwindet. Nichtsdestotrotz kann hier eine therapeutische Maßnahme und Begleitung unter Umständen sinnvoll sein.

Schmerzen können sich jedoch auch "verselbständigen" und ihre eigentliche Warnfunktion verlieren. Der ursprüngliche Grund des Schmerzes, z.B. die Verletzung ist dabei schon längst verheilt, aber der Körper erhält den Schmerz auf Grund komplexer Prozesse weiterhin aufrecht, wie z.B. beim chronischen Schmerzsyndrom CRPS. Oder es besteht eine Erkrankung, bei der die Ursache für den Schmerz nicht behoben werden kann, wie z.B. bei Arthrose oder Rheuma. Dann kommt es zu chronischen Schmerzprozessen, bei denen eine therapeutische Behandlung oftmals Erleichterung und Schmerzreduktion bewirken kann.


Schmerz in der Ergotherapie

Schmerzen sind bei vielen Krankheiten und Verletzungen ein häufiger Begleitumstand, was sich auch darin widerspiegelt, dass der Grund für eine ergotherapeutische Behandlung in der Regel nicht die Schmerzen an sich sind, sondern dass die Patienten diese häufig sozusagen "im Gepäck" mitbringen.

Dieser Umstand kann nicht ignoriert werden, da Schmerzen den ganzen Körper bzw. den ganzen Menschen beeinflussen. Nach Verletzungen kann die Rehabilitation gefährdet werden, wenn z.B. auf Grund von Schmerzen wichtige Übungen vom Patienten nicht durchgeführt werden. Länger bestehende Schmerzen bringen das Risiko der Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses mit sich. Auch können sich Schmerzen auf andere Körperbereiche ausweiten. Und nicht zuletzt beeinflussen Schmerzen auch das psychische Wohlbefinden. 

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Mensch als Ganzes, auf körperlicher und psychischer Ebene, in seiner Aktivität und Teilhabe am Leben auf privater, beruflicher und sozialer Ebene, durch Schmerzen beeinflusst und beeinträchtigt werden kann.

Daher ist es unumgänglich bestehende Schmerzen wahr- und ernst zu nehmen und Maßnahmen zu deren Beeinflussung zu treffen.

Schmerzbehandlung in meiner Praxis in Mannheim-Käfertal

Bei der Behandlung von Schmerzzuständen nutze ich in meiner Praxis verschiedene Behandlungsansätze. Die Auswahl der Techniken erfolgt je nach Beschwerdebild, mit dem der Patient zur Behandlung kommt. In Frage kommen zum Beispiel folgende Behandlungstechniken:

Vegetative Behandlungstechniken

Diese Techniken zielen darauf ab, das vegetative Nervensystem und damit auch den Schmerz zu beeinflussen. Das vegetative Nervensystem gliedert sich in den Sympathikus und den Parasympathikus. Beide Anteile beeinflussen in unserem Körper u.a. Organfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck, Atmung und Verdauung. Der Sympathikus ist verantwortlich für eine erhöhte Leistungsfähigkeit und kann uns in "Alarmbereitschaft" setzen und so z.B. dafür sorgen, dass wir in Gefahrensituationen wegrennen oder kämpfen können. Auch Schmerz- und Stresszustände, egal ob akut oder chronisch, aktivieren den Sympathikus und sorgen hierüber z.B. für eine erhöhte Muskelspannung, die wiederum zu einer Muskelverkrampfung und dadurch zu noch mehr Schmerz führen kann. Schmerz, Stress und der Sympathikus sind unweigerlich miteinander vebunden und beeinflussen sich alle drei gegenseitig.

Der Parasympathikus ist der Gegenspieler zum Sympathikus. Er sorgt dafür, dass der Köper zur Ruhe kommt und regenerieren kann. Eine große Rolle spielt er auch bei der Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung der sogenannten Homöostase, dem inneren Gleichgewicht des Organismus.

Dies zeigt, dass allgemein, aber v.a. für Schmerzpatienten eine Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus von eminenter Bedeutung ist!

Hier setzen die vegetativen Behandlungstechniken an, die zumeist am unbekleideten Rücken durchgeführt werden, da parallel der Brustwirbelsäule der sogenannte sympathische Grenzstrang, eine wichtige Nervenstruktur des Sympathikus verläuft. Über diese Struktur verbindet sich der Sympathikus mit allen Körperregionen. So kann ich zum Beispiel über eine Behandlung am Rücken einen Schmerz in der Hand beeinflussen.




Behandlung über Reflexzonen

Es gibt viele verschiedene Konzepte von Reflexzonen, am bekanntesten sind vermutlich die Reflexzonen an den Füßen. Aber auch am Rücken, an der Rumpfvorderseite oder an den Beinen gibt es Reflexzonen von Organen, Körperstrukturen und Muskeln, über die Schmerzzustände beeinflusst werden können. Ich arbeite in meiner Praxis bei Schmerzpatienten mit den Reflexzonen nach Henri Jarricot, Elisabeth Dicke, Frank Chapman sowie Dr. George Goodheart.

Erklärbar ist die Wirkung dieser Reflexzonenkonzepte auf Schmerzzustände u.a. über das vegetative Nervensystem. Sowohl der Sympathikus als auch der Parasympathikus haben Nervenleitbahnen zu Organen und anderen Strukturen in unserem Körper. Die Nervenverbindungen des Sympathikus nehmen ihren Start-bzw. Endpunkt in den einzelnen Rückenmarksegmenten der unteren Halswirbel- bis oberen Lendenwirbelsäule. Jedes einzelne Segment hat eine Verbindung zu Organen, Muskeln, Hautarealen, Knochenstrukturen usw. Hierüber lässt sich zum Beispiel erklären, warum eine chronische Gastritis einen Schmerz in der Hand verstärken kann, da der Körper die einzelnen Informationen, die in einem Segment aus Organen und anderen Strukturen ankommen, vermischt und sich so mehrere Probleme miteinander verknüpfen können.

In der Behandlung kann man sich diese Verknüpfungen zu Nutze machen, um zum Beispiel gezielt über eine Stimulierung einer Reflexzone des Magens, einen Schmerz in der Hand zu beeinflussen. 

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es mir hierbei nicht darum geht organische Probleme zu behandeln. Die Organreflexzonen werden hierbei  nur als "Hilfsmittel" genutzt, wenn es einen erklärbaren Zusammenhang zu einem bestehenden Schmerz gibt. 




Spiegeltherapie / Graded Motor Imagery (GMI)

Beides sind Konzepte, die bei chronischen Schmerzzuständen wie CRPS oder Phantomschmerzen genutzt werden, die mit Veränderungen der kortikalen Repräsentation, d.h. der Repräsentation eines Körperteiles bzw. -abschnittes in unserem Gehirn, einhergehen. Beide Konzepte haben zum Ziel, über unsere neuronale Plastizität (übersetzbar mit Formbarkeit des Gehirnes) eine Neuordnung des Gehirnes zu bewirken und damit den Schmerz zu beeinflussen.

Das GMI ist ein dreistufiges Konzept, welches sich zunächst eines Lateralisations- sowie eines imaginären Trainings bedient und als dritte Stufe die Spiegeltherapie inkludiert. Bei der Spiegeltherapie sitzt der Patient vor einem Spiegel, in welchem er die nicht betroffene Extremität betrachten kann. Diese wird gezielt bewegt und über das Spiegelbild wird die Illusion erzeugt, dass man die betroffene schmerzhafte Extremität schmerzfrei bewegen kann.



Manuelle Behandlungstechniken, gezielte aktive und passive Mobilisationen, thermische Reize

Natürlich bediene ich mich in der Behandlung von Schmerzpatienten auch "klassischen" Behandlungstechniken wie z.B. Kälte- bzw. Wärmereize, Faszientechniken, Techniken aus der Manuellen Therapie, passiven Mobilisationen sowie gezieltem aktiven Training.




Atem- und Entspannungstechniken

Unsere Atmung und Schmerz sind eng miteinander verbunden. Jeder kann das an sich selbst beobachten, dass bei starken Schmerzen seine Atmung sich unwillkürlich verändert. Man atmet schneller, flacher, gepresster. Aber genauso wie sich die Atmung bei Schmerzen unwillkürlich verändert, kann ich mit gezielten Atemtechniken auch versuchen den Schmerz zu beeinflussen. 

Auch Entspannungstechniken können dabei helfen, das Stressniveau im Körper zu senken und damit auch den Schmerz positiv zu beeinflussen.



Nehmen sie gerne Kontakt zu mir auf, sollten Sie Fragen zur Schmerzbehandlung in meiner Praxis haben.

 

Meine Fortbildungen im Bereich Schmerztherapie

  • Zertifikatskurs "Multimodale Schmerztherapie und Traumabewältigung" - Modul 1-4, erfolgreich abgeschlossen mit Prüfung
  • "Spezielle Schmerzphysiotherapie/-ergotherapie" - Modul 1
  • "Stress und chronische Schmerzen - Behandlungstechniken und Übungen für Alltagsaktivitäten"
  • "Schmerztherapie in der Ergotherapie" - Modul 1 und 2


Häufige Fragen zur Schmerzbehandlung in meiner Praxis


Benötige ich eine ärztliche Verordnung?

Ja, für eine ergotherapeutische Behandlung ist immer eine ärztliche Verordnung nötig. In meiner Praxis sind auch Behandlungen ohne ärztliche Verordnung möglich, da ich zusätzlich Heilpraktikerin bin. Bitte beachten Sie, dass dann die Behandlung als Heilpraktiker-Leistung stattfindet, wofür die gesetzliche Krankenversicherung nicht die Kosten übernimmt. Diese müssen komplett vom Patienten übernommen werden.

Mein Arzt möchte mir keine Verordnung ausstellen. Wie kann ich trotzdem eine ergotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen?

Sollten Sie keinen Arzt finden, der Ihnen eine Heilmittel-Verordnung ausstellt, so gibt es noch die Möglichkeit, Ihren Arzt um ein sogenanntes IGeL-Rezept (Individuelle Gesundheits-Leistung) zu bitten. Bitte beachten Sie, dass hierfür die Behandlungskosten dann nicht mehr von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, sondern Sie als Patient dafür aufkommen müssen.

Alternativ kann in meiner Praxis eine Behandlung  ganz ohne ärztliche Verordnung, auch ohne IGeL-Rezept stattfinden, da ich zusätzlich Heilpraktikerin bin. Auch hier gilt, dass die Behandlungskosten in dem Fall nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, sondern von Ihnen bezahlt werden müssen.

Wann ist eine ergotherapeutische Schmerzbehandlung nötig oder sinnvoll?

Eine ergotherapeutische Schmerzbehandlung ist bei akuten oder chronischen Schmerzprozessen sinnvoll. Dies kann z.B. nach Operationen, Verletzungen oder chronischen Krankheiten der Fall sein.

Worauf sollte ich bei der Auswahl einer Praxis achten?

Es ist immer sinnvoll darauf zu achten, dass der Therapeut, der Sie betreut, sich im Bereich Schmerztherapie weitergebildet hat.

Wie lange dauert eine Behandlungseinheit?

Die Zeitdauer einer Behandlungseinheit ist immer abhängig von der ärztlichen Verordnung und der Behandlungsart, die auf der Verordnung steht. Die minimale Behandlungsdauer beträgt 30 Minuten.

Wie lange dauert eine ergotherapeutische Schmerztherapie?

Dies hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich im voraus nicht sagen. Entscheidend ist der Verlauf der Beschwerden.

Muss auf der ärztlichen Verordnung "Schmerztherapie" stehen?

Nein, der Begriff "Schmerztherapie" muss nicht auf der Verordnung vermerkt sein.

Muss ich für die Behandlung selbst etwas zahlen?

Gesetzlich versicherte Patienten müssen für jede Verordnung eine gesetzlich festgelegte Zuzahlung entrichten. Diese beträgt immer 10% des Gesamtwertes der Verordnung zuzüglich 10,00€ Rezeptgebühr (ab Januar 2027 15,00€ Rezeptgebühr). Patienten mit einer Zuzahlungsbefreiung sind hiervon ausgenommen. Bitte legen Sie mir in diesem Fall Ihren Befreiungsausweis vor. Informationen zur Befreiung von der Zuzahlungspflicht erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse.

Privat versicherte Patienten bzw. Patienten, bei denen die Behandlung als Heilpraktiker-Leistung stattfindet, müssen in jedem Fall die vollen Behandlungskosten selbst übernehmen. In Abhängigkeit des Tarifes der privaten Krankenversicherung ist ggf. eine Kostenübernahme oder -beteiligung möglich. Bitte informieren Sie sich hierzu vorab bei Ihrer privaten Krankenversicherung.

Was ist der Unterschied zwischen einer ergotherapeutischen und einer ärztlichen Schmerztherapie?

Die ergotherapeutische Schmerzbehandlung arbeitet ausschließlich mit nicht-medikamentösen und nicht-invasiven Maßnahmen. Die ergotherapeutische Behandlung kann Bestandteil eines ärztlichen Behandlungskonzeptes im Rahmen einer Schmerztherapie sein. 

Was brauche ich für die Behandlung?

Bitte bringen Sie zur ersten Behandlung Ihre ärztliche Verordnung, falls vorhanden Ihren Befreiungsausweis sowie Arzt- und/oder Krankenhausberichte mit.






Es sei darauf hingewiesen, dass aus Gründen der besseren Lesbarkeit auf gendergerechte Sprache verzichtet wurde. Selbstverständlich sind stets alle Geschlechter gleichermaßen gemeint.



Mitglied im: